Da steht das nächste Tschechenbier vor mir. In Erwartung eines bitteren Hopfengeruchs tauche ich die Nase ins Glas. Doch empfängt mich Malzbonbon. Malzbonbon auch der Geschmack, welcher aber die ganze Zeit viel zu flach bleibt um Charakter zu zeigen. Ist so irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes , was einem da die Kehle runterläuft. Uhersky Brod Kounic bekommt eine Note 3
Was hab ich mir denn da heute gegriffen?! Da zaubert eine Familienbrauerei ein vollkommen untypisches „Tschechen-Bier“. Bernhard Sbáteční Lezák. Anstatt ein bitteres Pils, erwartet einen ein süffiges Bier, was im Geschmack, ich habe lange in meinen Erinnerungen gekramt, nach nicht ganz reifen Stachelbeeren ohne Stacheln schmeckt. Auf jeden Fall ist es interessant. Ich gebe mal eine Note 3+
Keine Angst, wird ne kurze Beschreibung vom KLÁŠTER Premium. Es riecht aus der Flasche wie wie feuchter Kuhfladen auf Alpwiese mit Kräutern. Schmeckt malzig. Mehr gibt es nicht zu sagen, Tschuldigung. Note 3-, weil es könnte noch schlimmer sein.
Also nee Leute, was macht Ihr da in Tschechien nur? Ne Burg auf’s Etikett malen hilft nicht mal in Deutschland um aus einem schlechten Bier, ein besseres zu machen. Das ist wie mit dem lauten Auspuff unter einer Schrottkarre, es bleibt eine Schrottkarre mit lautem Auspuff. Vévoda Vysoký Chlumec macht optisch Appetit auf mehr, doch schon beim Eingießen merkt man, das wird nix, der Schaum löst sich in rasender Geschwindigkeit auf , es riecht nach nichts und wie ein Pilsener schmeckt es auch nicht. Es schmeckt wie frisch aufgebohrtes Amalgan beim Zahnarzt und eigentlich wartet man nur darauf, dass irgendwer sagt: „Und jetzt spülen wir mal schön!“. Leute, nee, das habe ich nach so nem Dienst nicht verdient, ich hole mir mal fix ein Tegernseer Hell aus dem Keller. Note 5-
Černá Hora Pater. Gibt nicht viel zu diesem tschechischen Bier zu sagen, noch während ich überlege, was ich darüber schreiben könnte, hat es sämtlichen Geschmack verloren… aber die Farbe ist schön, würde jetzt wohl eine Frau sagen. Ja, das war’s aber auch. Dutzendbier, Note 4-
Chodovar Skalni Lezák, ein süffig, fruchtiges Bierchen von unseren tschechischen Nachbarn. Kann ich nur empfehlen, läuft herrlich die Kehle runter und der leicht bittere Abgang ist kaum zu merken. Schmeckt eher wie ein Landbier, garnicht wie sonst so die tschechischen Biere sind. Schön nen Hund auf’s Etikett gedruckt, also ein Bier für Tierliebhaber. Riechen tut es übrigens nach Nadelwald. Note 2+