Und Sachsen kann doch Bier brauen! Jedenfalls beweist das der Kappler Haustrunk, ein naturtrübes Kellerbier aus der Braustolz Brauerei Chemnitz. Kein Bier für jeden Tag, es ist schon mit seinem Geruch nach Orange und dem Geschmack von Äpfeln sehr speziell, ohne dabei aufdringlich und übertrieben zu sein. Ein Bier ohne diese hier so bevorzugte bittere Note. So mild und weich, es könnte glatt aus dem Allgäu kommen. Nordmänner finden daran sicherlich keine Freude, mir schmeckt es und es bekommt eine 2+
Lauter Käserester über? Joghurt auch noch da? Wie wäre es mit einem Käsefladen? Ciabatta in Würfel schneiden, in Milch einweichen, Käse, Joghurt, Eier, Röstzwiebeln, gebratene Schinkenwürfel und Gewürz dazu und zu einem Teig verrühren. Diesen dann mit mittlerer Hitze in der Pfanne bräunen, danach mit Honig-Senf-Soße noch einen Kuck verpassen und mit Petersilie verzieren. Einfach nur lecker, auch gern zwischendurch.
Was da in meine Hände gelangte, trägt den Namen zu recht! Totengräber Schattenbier… Reinheitsgebot sucht man vergeblich und so verwundert es einen nicht wirklich, dass der Geruch leicht modrig an die Friedhofskapelle um die Ecke erinnert. Schmecken tut es eigentlich nach nichts, bis man auf einmal etwas erdigen Geschmack in den Hals bekommt, ob der nun von einer dreckigen Flasche oder gewollt vom „Bier“ kommt, mag ich nicht zu beurteilen. Einmal voll daneben, die WGT-Besucher tun mir jetzt schon leid, abgelockt für nix… Durchgefallen, weigere mich hier eine Note zu geben!
Gerade zurück vom Getränkehändler meines Vertrauens und was gab’s, Märzen! Ab damit nach Hause und nun steht das Historische Märzen von Mönchshof bei frühlingshafter Außentemperatur auf dem Terrassentisch. Die Aufmachung der Flasche ist ne Wucht. Scheeeeeeeee! Etwas trüb und goldig lächelt es mir entgegen und in die Nase bekommt man, ich weiß, ich habe einen an der Waffel, „Nimm 2 – Orange“. Ein bisschen schmeckt es auch so, sehr weich, wenig Säure, süßlich und doch frisch. Mir kommt es entgegen, kann mir aber vorstellen, es ist nicht für jeden ein Hochgenuss. Gelungen ist es, der Charakter dürfte etwas ausgeprägter sein. Note 2
Das EKU Hell und ich, wir werden wohl keine Freunde. Entspringt der Kulmbacher Brauerei das Mönchshof und das Kapuziner, das Kulmbacher habe ich noch nicht probiert, welche beide gute Alltagsbiere sind, stoße ich beim EKU Hell an die Geschmacksgrenze. Es riecht furchtbar nach gärender Hefe und schmeckt so furchtbar durchschnittlich, jetzt nicht unbedingt schlecht, doch so richtig durchschnittlich, es ist blass und harmlos, man findet nicht mal Ecken, an den man sich stoßen kann. Beim vierten Schluck merkt man, es will, kann aber nicht! Schade, Note 3-
Augustiner Bräu München Edelstoff Exportbier. Im Sommer hatte ich es vom Fass, jetzt aus der Flasche. Auch in der Darreichungsweise ein leckeres und bekömmliches Gesöff, welches mit wenig Kohlensäure sehr schnell den Weg durch den Bierzähler findet. Bei 5,6% sollte man ordentlich vorher gegessen haben. Der Kick zu einer Note 1 fehlt ihm aber, darum Note 2+
Hofbräuhaus München Helles Vollbier. Gab’s gerade im Getränkemarkt um die Ecke, ja, da nimmt man es auch mal mit. Nachdem ich die letzten Tage mit Bier aus Oberfranken verwöhnt worden bin, hat es das Bier aus München recht schwer. Doch es schlägt sich wacker, würzig und süffig, das war es aber auch schon, ist irgendwie nichts Besonderes, passt aber gut mal so zwischendurch. Etwas mehr Kanten und Ecken wünscht man sich einfach. Note 2-
Cajun-Putenbrust mit Salsa und da die Süßkartoffeln fehlten, habe ich aus einem Rest Kartoffelpü und einer Unmenge Möhren und etwas Chilisoße ein wunderbares Püree gemacht, welches weder optisch, noch geschmacklich vom Süßkartoffelpüree zu unterscheiden ist. Positiver Nebeneffekt, der finanzielle Aufwand liegt bei einem Bruchteil.
Für die Salsa einfach Maiskörner in einer Grillpfanne bräunen, Erbsen mit dazugeben und anschließend in eine Schüssel tun. Tomaten hacken, Paprika und Zwiebel würfeln und Bacon auslassen, mit in die Schüssel legen und mit Zitronensaft, etwas Koriander und Olivenöl unterheben, mit Chili würzen.
Für die Pute mal fix Cajun-Gewürz hergestellt. Das geht ganz einfach, in dem man trockene Kräuter mit Kümmel, Cayennepfeffer, Chili und Senf verrühren. Die Putenbrust kurz etwas plattschlagen und mit dem Cajun-Gewürz einreiben. In der Grillpfanne ringsum braten. Aufpassen, dass es nicht verbrennt, lieber rausnehmen und in daumendicke Scheiben schneiden und diese nochmal kurz braten. Herrlich saftiges Fleisch trifft auf einen tollen Maismix, das süßliche Möhrenpüree bildet das Verbindungsglied dazwischen.
Machen wir es kurz, Note 1. Ein Radler für Biertrinker, feinherb, wenig Süße, erfrischend, ich will Sommer und etwa zehn davon oben auf dem Schneeberg!
Es muss nicht immer Filet sein, um einen kulinarischen Hochgenuss auf dem Teller zu haben. Wer Rinderbeinscheiben nur mit Rinderbrühe in Verbindung bring, tut diesem aromatischen Fleisch Unrecht. Ich habe mich für den Dutch Oven entschieden, so kann man es über Stunden im Garten vor sich hin schmoren lassen und nebenbei noch fein in den Sonnenstrahlen des heutigen Tages anderen Draußentätigkeiten nachgehen. Beinscheiben pfeffern und salzen, danach in Mehl wälzen und abklopfen, in Schmalz beidseitig anbraten und dabei langsam Staudensellerie, Möhren und Zwiebeln dazugeben. Etwas Tomatenmark und etwas Sternanis, Lorbeer und Rosmarin dazu und mit einem fruchtigen Cabernet Sauvignon aufgießen, ich nehme dafür gern chilenischen, der ist nicht so trocken wie französischer, dafür aber fruchtiger. Reduzieren lassen und mit Brühe dazu. Auf dem Feuer etwa zwei bis drei Stunden bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel köcheln. Das irre ist, der Zucker der Möhren karamellisiert das Ganze einwenig. Fertig ist das Essen, wenn der Knochen allein vom Fleisch fällt. Die Kartoffeln habe ich wegen der Optik getrennt gekocht. Ein Essen wie von Genussengeln serviert! Umhauend!