Herrnbräu Zwickel aus Ingolstadt. N Audi-Bier? So sportlich Premium? Sportlich nein, Premium schon n bisschen. Trüb und dunkelgelb schimmert es im Glas, die Blume verschwindet recht schnell, dafür atmet man viel Malz. Im Antrunk süßmalzig, am Gaumen etwas flach, ausgewogen herb im Abgang, wohlschmeckend mit wenig Sprudel. Note 2
Pfump, die Weihnachtszeit ist angebrochen und das erste Kalendertürchen meines Bieradventskalenders flog auf. Ein Pils aus Brakel-Rheder, einem Örtchen mit 282 Einwohnern in Ostwestfalen… Die Flasche weiß zu gefallen, äääääh ja, die Flasche weiß zu gefallen, das Etikett sieht gut aus, das Etikett sieht gut aus und Flasche weiß zu gefallen. Ansonsten werden wieder alle Vorurteile, die ich habe, wenn ich Schloßbrauerei und gräflich lese. Großer Pomp, blasses Ergebnis. Während man in der Nase noch etwas Malz riecht, ist es im Antrunk kaum noch schmeckbar, man hat das Gefühl, stilles Wasser mir Räucheraroma zu trinken und selbst die herbe Note im Abgang ist kaum spürbar. Von der besonderen Frische und dem runden Geschmack ist nichts zu spüren. Schade, weil Weihnachtszeit ist, gerade noch eine Note 3.
Radeberger Pilsner Golden, eine Sonderedition und die weiß zu überraschen. Nun bin ich weder ein Freund der Radeberger Gruppe, noch ist ein Pils meine bevorzugte Biersorte. Doch wir urteilen ja neutral und unvoreingenommen. So landet ein sehr helles Bier im Glas, dessen Krone sich recht schnell auflöst. Die Farbe ist sehr angenehm, der Geruch halt ein typisches Bier. Wie ein Pils schmeckt es im Antrunk nicht, eher wie ein Craft Beer, erst im Abgang kommt eine leichte Bitternote hinzu. Es hat sich glatt eine Note 2 verdient, bin erstaunt, geht doch!
Faxe Premium Quality Lager Beer. Mein letztes Bier aus dem Land der Wikinger hatte ich irgendwann in den 90ern. Ein Arbeitskollege brachte mir eine Collectors Edition mit. Mich hätte ja schon der sterbende Wikinger, begleitet von zwei Walküren, stutzig machen müssen. Göttervater Odin würde wohl Thor beauftragen, böses Donnergrollen zu schicken, Heimdall würde die Brücke sperren, Loki würde uns wohl belügen und erzählen, wie schmackhaft es ist, wenn man ihnen dieses Gebräu vorsetzen würde. Einzig Lichtgott Baldur hätte Freude am strahlenden Glanz des Bieres. Das ist auch der einzige Grund, warum es nicht als Totalversager durchgeht. Okay, es ist trinkbar, man kippt es nicht weg, doch es ist dünn, bitter, eigenartig ist etwas Süße, die auf der Lippe zurückbleibt. Es schmeckt einfach wie Dose. Note 4, ein + für die schöne Farbe.
Störtebeker Arktik Ale, mit 8,5% das „leichteste“ aus dem Viererpack Bier. Gleich vorweg, mit knapp neun Euro für vier 0,33er, ist die Messlatte gleich mal zwei Meter höher gelandet. Ob es das Bier wert ist? Nicht ganz. Es ist ein wunderschön bernsteinfarbenes Ale, was nach Zitrusfrüchten duftet und konsequent eine herbe Note verfolgt. Es fängt mit einer süßlich-herben Grapefruitnote an, geht am Gaumen als kräftige Grapefruit vorbei und endet im Abgang mit einer sehr herben Note, ohne dabei unangenehm zu sein. Geschmack eine Note 2+. Ob der Preis gerechtfertigt ist, muss jeder für sich entscheiden. Ein tolles Geschenk ist es alle mal und wir bereuen jetzt nicht unbedingt den Kauf.
So, da schnappen wir uns mal das zweite Bier aus der Privatbrauerei Meissner Schwerter. Ein Privat Pils landet im Glas. Es sieht aus und riecht wie ein Radler, schmeckt aber vom Antrunk bis zum Abgang wie ein feinherbes Pils, jetzt nicht unbedingt ein Bier für die Damenwelt, ich würde es als Männertagfreisitzsitzebier bezeichnen, gut gemacht, auch wenn es jetzt nicht jedem zu 100% gefällt. Glatte Note 2
Unser Freund Albert meinte neulich, ich soll mal Meissner Schwerter probiere und ehe ich mir es selber kaufen konnte, brachte mir unser Freund Ralf eine Kostprobe aus seinem Kurzurlaub mit. Und so probieren wir heute Meissner St.Afra Schwarz. Schnell mal mit etwas Wissen protzen, St.Afra ist das sächsische Landesgymnasium für Hoch- und Mehrfachbegabte auf dem Burgberg neben der Albrechtsburg in Meißen. Soweit so gut, wer mit solch einem Namen wirbt, muss davon ausgehen, dass der Anspruch an das Bier hoch ist. Auf der Rückseite steht ausführlich, was man zu sehen und zu schmecken hat. Und man kann allem zustimmen. Dunkle Mahagonitöne, cremiger, beige-farbiger Schaum. Malz, Röstaromen und wirklich, auch der Kaffee ist zu riechen. Es prickelt auf der Zunge, schmeckt im Antrunk malzig und ja, am Ende kommt wirklich der versprochene Esspresso mit einer süßlichen Note. Krass. Es ist am Anfang etwas zu leicht, kleiner Tipp, etwas stehen und die prickelnde Note sich setzen lassen, nach etwa fünf Minuten wird es kräftiger und stimmiger. Note 2+
Ich musste mich heute erstmal festhalten! Da steht auf einmal ne Freundin vor der Tür und meint, sie ist nur der Bote, sie hat da was für mich. Verpackt, als wäre es Nitroglyzerin lagen da zwei Pakete auf meinem Küchentisch. Gefühlte zwei Stunden und drei Müllautos später zeigte sich der Grund des Aufwands! Ein wunderschönes Weißbierglas und eine merkwürdig geformte Flasche Weißbier aus dem schwäbische Teil Bayerns. Gesponsert wurde das edle Geschenk von einem lieben Menschen, der hier meine Beiträge liest, mir aber unbekannt ist. Scheiße Alda, Bier verbindet, Bier bringt neue Freunde, Bier ist Weltfrieden, Bier ist lieb! Ich muss mich jetzt mal bremsen, sonst schreibe ich noch Lobeshymnen auf das Bier! Also ganz dolle Danke! Ich bin gerührt und freue mich riesig! Einfach wunderbar!
Nun zur Rapp Rappen Weisse aus Kutzenhausen. Nach bayrischem Reinheitsgebot gebraut landet es tieftrüb im Glas, die Krone ist fest und bleibt extrem lange stehen. Es riecht ein wenig nach überreifen Apfel, fruchtig im Antrunk, am Gaumen wieder der Apfel, geht es zum Abgang in Richtung Banane um mit einer ganz leichten Herbnote zu enden. Leider verliert es nach ein paar Minuten etwas, darum einstimmig eine Note 2+. Auf jeden Fall zu empfehlen, ich würde es gern mal im Sommer auf 1500 Meter Höhe trinken, da kommt bestimmt noch ein Wohlfühlpunkt hinzu! Danke!
Mitbringsel meiner lieben Mutter aus dem Harz. Altenauer Harzer Urstoff naturtrüb. Es riecht fruchtig-bierisch, eine leichte Trübung hat das gold bist hellbernsteinfarbiges Bier, also wie versprochen. Der Antrunk ist für ein Pils sehr malzig und süßlich, kommt mir also sehr entgegen, kurz vor dem Abgang schmeckt man dann die leicht herbe Pilsnote. Bin wieder positiv überrascht, Note 2
Basalter von Stolpener Burgbräu, die Kraft des Vulkans… Moment, ich such sie mal kurz… Nicht da! Welche Kraft sie auch immer meinten, im Bier steckt sie nicht, dafür ist es viel zu feinmild und weich, ein angenehmes Helles, vermute ich, denn ein kräftiges Pils ist es garantiert nicht. Es ist süffig, leider etwas dünn und die Schaumkrone verschwindet schon beim Eingießen, so hat man optisch das Gefühl, Apfelsaft vor sich zu haben. Eine gute Note 3.